Sonntag, 24. Mai 2020

Unsere Beiträge zu "Kultur trotz Corona" - Beitrag Nr. 22




Verschiedene Mitglieder und Freunde unseres Fördervereins gestalten die Beiträge und begleiten Euch durch diese Zeit, die für viele Menschen nicht ganz einfach ist, auch wenn es inzwischen eine ganze Reihe von Lockerungen gibt und weitere bereits angekündigt sind.
Im 22. Beitrag der Reihe wird duftendes Kraut im Wald geerntet.




Beitrag Nr. 22: Meisterlich duftendes Kraut aus dem Wald für zu Hause
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In Laub- und Mischwäldern oder auch unter Sträuchern insbesondere auf lehmhaltigem Boden, an schattigen und nicht zu trockenen Standorten fühlt sich der Waldmeister wohl. Waldmeister (lateinisch Galium odoratum, Wohlriechendes Labkraut) blüht je nach Wuchsort von April bis Juni. Dann entfalten sich über den grünen quirlblättrigen Stängeln die lockeren Wolken aus einer Vielzahl zarter kleiner weißer Einzelblüten. Der Duft des Waldmeisters, hervorgerufen durch den Inhaltsstoff Cumarin, wird von den meisten Menschen als angenehm empfunden.
Den Duft und Geschmack von Waldmeister kennt Ihr wahrscheinlich von grünem „Wackelpudding“, grünem Brausepulver, von Maibowle oder grüner Berliner Weiße. Allerdings kommen bei diesen Produkten, die es im Laden zu kaufen gibt, heute leider fast ausschließlich künstliches Aroma und künstlicher grüner Farbstoff zum Einsatz, und das hat mit der Wildpflanze aus dem Wald wirklich gar nichts mehr zu tun.
Dass Waldmeister eine alte Heilpflanze ist, das wissen weitaus weniger Menschen. Waldmeister wirkt durch seine Inhaltsstoffe krampflösend, beruhigend und entzündungshemmend. Besonders häufig wird das getrocknete Kraut verwendet. Und wusstet Ihr, dass sich Waldmeister sogar zur Insektenabwehr einsetzen lässt? Ein Strauß aus getrocknetem Waldmeisterkraut neben dem Bett oder ein mit trockenem Waldmeister gefülltes kleines Aromakissen duften nicht nur herrlich und helfen beim Einschlafen, sondern halten auch eine Zeitlang Mücken ganz gut fern.

Mein persönlicher Favorit ist allerdings die Verwendung von getrocknetem Waldmeister im Wäscheschrank. In ein leichtes Baumwollsäckchen oder in eine dünne Papiertüte gefüllt und zwischen die Wäsche gelegt, erhält die Wäsche einen tollen aromatischen Duft. Das habe ich bereits als Kind bei meinen alten Tanten kennengelernt und schon damals geliebt.
Der Waldmeister wehrt im Wäscheschrank außerdem ähnlich wie Lavendel oder Zedernholz Motten ab. Noch ein guter Grund also, um es auszuprobieren! Der Duft und die Wirkung halten nach meiner Erfahrung fast ein Jahr lang vor, dann muss das Kraut durch neues ersetzt werden.
Ich habe vor wenigen Tagen Waldmeister für den Wäscheschrank geerntet und getrocknet. Ihr könnt das jetzt aktuell auch noch tun. Nutzt dafür möglichst trockenes und sonniges Wetter, dann ist der Gehalt an Duftstoffen wie bei den meisten Duftpflanzen besonders hoch. Geerntet werden für die Verwendung als Duftkraut die gesamten blühenden Stängel ohne Wurzel. Es ist von Vorteil, die geernteten und während des Transports nach Hause bereits leicht angewelkten Pflanzen, die dann besonders intensiv duften, zu kleinen Sträußen zu binden und kopfüber an einem schattigen und luftigen Ort aufzuhängen. Alternativ könnt Ihr das Erntegut auch auf sauberen Baumwoll- oder Leinentüchern locker nebeneinander ausgebreitet trocknen. 
Das Trocknen von Waldmeister geht wirklich sehr schnell, oft sind die Sträußchen schon nach drei Tagen rascheltrocken und werden dann weiterverwendet oder zunächst in sauberen, gut schließenden dunklen Gläsern oder Blechdosen aufbewahrt.


Der Waldmeister macht seinem Namen tatsächlich alle Ehre. Habt Ihr ihn 
erst einmal als Duftkraut ausprobiert und Gefallen daran gefunden,
werdet Ihr ihn bei Euch zu Hause bestimmt nicht mehr missen wollen.








Dieses ist ein Beitrag von Isa





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