
Wie ist das eigentlich,
könnt Ihr bei Euch zu Hause vor der Haustür in klaren Nächten die Milchstraße
am Himmel sehen? Oder gehört Ihr zu den 60 % aller Europäer, die das nicht
(mehr) können, weil die Nächte durch künstliche Lichtquellen viel zu hell sind?
„Licht aus – Sterne an“!
Unter diesem Motto startete Bjarne Riesbeck, Mitarbeiter im Naturpark
Nossentiner/Schwinzer Heide, seinen Vortrag über die Schutzwürdigkeit der
Dunkelheit der Nacht und über den Weg des Naturparks zum „Sternenpark“.

Lichtverschmutzung
durch künstlich erhellte Nächte ist ein zunehmend problematisches Thema. Nur noch
in recht wenigen Regionen ist es nachts so dunkel, dass bei klarem Himmel tausende
Sterne zu sehen sind. Eine dieser selten gewordenen Regionen ist im Naturpark
Nossentiner/Schwinzer Heide zu finden, also gar nicht weit weg von Barnin. Wenn
etliche strenge Kriterien erfüllt werden, verleiht die Organisation „Dark-Sky
Association“ solchen Regionen die Anerkennung als „Sternenpark“. In Deutschland
gibt es größerflächige Sternenparks bislang in der Rhön, in der Eifel und im
Westhavelland. Der Naturpark Nossentiner/Schwinzer Heide hat sich vor einigen
Jahren auf den arbeitsreichen Weg zur Anerkennung als „Sternenpark“ begeben und
hofft, vielleicht im Jahr 2025 das begehrte Prädikat erhalten zu können.

In
seinem Vortrag stellte Bjarne Riesbeck (Foto) an Beispielen vor, welche Auswirkungen
hell erleuchtete Nächte auf uns Menschen, auf Tiere und Pflanzen haben
(können). Ein dabei naheliegendes und im wahrsten Sinne des Wortes
einleuchtendes Thema sind Schlafstörungen, die viele Menschen kennen. Kaltweißes/bläuliches
Licht wie das von TV-Geräten, PC-Bildschirmen oder Mobiltelefonen verursacht
die stärksten negativen Auswirkungen. Dass aber Herz-Kreislauf-Probleme oder sogar
Krebserkrankungen die Folge sein können, dürfte die meisten Gäste überrascht oder
gar erschreckt haben. Ebenso wie zum Beispiel die Tatsache, dass an hell
erleuchteten Lampen jährlich unvorstellbar große Mengen an Insekten verenden
oder dass Schleiereulen und Fledermausarten nachts angestrahlte Fassaden meiden
und somit zunehmend Quartiere verlieren.

Bjarne Riesbeck zeigte Negativbeispiele wie auf dem Foto die Beleuchtung am Kloster Dobbertin auf, aber auch verschiedene
Möglichkeiten, wie und wodurch Lichtverschmutzungen reduziert oder vermieden werden können
und wie tatsächlich notwendige Beleuchtungen unter Berücksichtigung des
Schutzes der nächtlichen Dunkelheit effektiv möglich sind.
Der Vortrag hat einen ganzen
Strauß aus hoch interessanten und spannenden Fakten und Themen angeschnitten.
Die unmittelbar an den Vortrag anschließende äußerst rege und lebhafte Diskussion
zeigte, wie sehr Bjarne Riesbeck das Interesse der Gäste getroffen oder erweckt
hatte. Es wurde eine Vielzahl von Fragen gestellt, wurden eigene Beobachtungen
und Erfahrungen eingebracht.
Referent Bjarne Riesebeck und Naturpark-Praktikantin Katharina Schmidt
Von fleißigen Händen passend zum Vortragsthema gebackene fröhliche "Sternenkekse"
Nach einer kleinen wohlverdienten „Verschnaufpause“ für den stark geforderten
Referenten (und auch für die Gäste) gab es dann den versprochenen Gang durch
das Dorf, bei dem die nächtliche Situation in Barnin „beleuchtet“ und eingeordnet
wurde. Und obgleich der Abend bewölkt begonnen hatte, hatten wir das Glück,
dass zum Rundgang die Wolkendecke aufgerissen und der Himmel ganz klar war.
Unmittelbar am südlichen Dorfrand am Feld stehend, spannte sich über uns gut
sichtbar die Milchstraße am Nachthimmel. Was für ein herrlicher Anblick und
fantastischer Abschluss dieses Abends!
Ganz
kurzfristig ist Bjarne Riesbeck dankenswerter Weise als Vertretung für den ursprünglich
als Referent vorgesehen Naturparkleiter, Ralf Koch, eingesprungen. Alle Gäste
waren sich einig - Bjarne hat seine Sache sehr gut gemacht und seinen Chef
würdig vertreten! Mit seiner sympathischen Art, seinem Wissen und den
Informationen hat er die Zuhörerinnen und Zuhörer gefesselt und zum Nachdenken
und Nachfragen angeregt. Wir
bedanken uns bei ihm nochmals ganz herzlich für den rundum gelungenen Abend!
Dem Naturpark Nossentiner/Schwinzer Heide wünschen wir natürlich für das
begonnene große Projekt zum Schutz der Dunkelheit der Nacht gute Fortschritte
und drücken die Daumen für die erfolgreiche Anerkennung als „Sternenpark“!