Mittwoch, 14. Oktober 2026

Genuss beim Kochen rund ums Korn in der Alten Schule Barnin

Im Herbst ist bei uns in Barnin in der Alten Schule einmal jährlich Kochtag. Der Kochtag gehört seit vielen Jahren zu den Veranstaltungen, die in unserem Veranstaltungskalender einen ganz festen Platz haben. „Barnin aufs Korn genommen“, lautete das Motto in diesem Jahr und wir geben Euch hier einen kleinen Eindruck von der Veranstaltung am vergangenen Sonntag.

Der Gemeindesaal in der alten Schule ist in bewährter Weise zum „Kochstudio“ umfunktioniert. Das geht schnell, weil wir darin über die Jahre Übung haben. Die Koch- und Arbeitsplätze werden für die verschiedenen geplanten Rezepte vorbereitet. Ist alles dabei, was benötigt wird?

Fester Bestandteil des Kochtags ist die große Tafel für das gemeinsame Verkosten und Verspeisen der frisch zubereiteten fertigen Gerichte.

Wir waren uns im Vorfeld einig, dass das Thema „Körner“ etwas weiter ausgelegt und freier interpretiert werden darf. Sylvia hat sich entschieden, einen deftigen Graupeneintopf mit Fleisch, Pastinaken und Möhren zu kochen.


Gemeinsam mit den Gästen wird das Gemüse geputzt und das Fleisch mit einem scharfen Messer vom Knochen getrennt. 

Ute startet zunächst mit der Herstellung von Hafermilch, die anschließend sofort verkostet werden darf. Wer mag pur probieren?


„Oh, hier duftet es aber gut! Und das ist ja ein interessantes Gerät.“ Bei Sabine B. werden Maiskörner zu Popcorn. Nicht nur die Kinder greifen immer wieder in die Schüssel.

Aus Senfkörnern lässt sich Senf herstellen und aus oder mit Senf lassen sich verschiedene Dips kreieren. Mit frischen Kräutern bekommt der gut scharfe Senfdip bei Sabine R. eine besonders aromatische Note und darf dann an der Tafel zu Brot und Käse gereicht werden.

Bei Ute und Lieselotte werden Bratlinge aus beziehungsweise mit Körnern zubereitet. Es sind zwei ganz verschiedene Rezepte und so schmecken die Bratlinge später auch ganz verschieden. Beide Ergebnisse sind auf jeden Fall sehr lecker.

Natürlich ist zwischendurch auch mal Zeit für ein kleines Schwätzchen und einen Schluck gegen den Durst.

Karola kocht zur schmackhaften Polenta ein richtig edles Gulasch, das hervorragend zum Herbst und den kühler werdenden Tagen passt. Welch ein Genuss!

Ja, zugegeben, der Reis für ein Risotto muss lange und ununterbrochen gerührt werden. Doch ein schön cremiges Risotto lohnt den Aufwand und passt ebenfalls besonders gut in die Herbstzeit. Es wärmt den Körper und ist ja außerdem auch ein bisschen „Soul-Food“. Isa bereitet es mit Waldpilzen zu.

Bei all den guten Düften aus Topf und Pfanne wächst der Appetit zusehends. Es kann losgehen, bitte Platz nehmen und einfach genießen! Viel Lob wird gegenseitig ausgesprochen, es schmeckt ganz hervorragend. Dazu trägt ganz gewiss auch die gemeinsame fröhliche Runde an der herbstlich dekorierten Tafel bei.


„Das schmeckt genauso wie bei meiner Oma.“ Das bedeutet, es schmeckt gut, denn Sylvias Graupeneintopf ist schon nach kurzer Zeit zu einem großen Teil verspeist.

Zum Kirschkompott gibt es einen perfekt passenden, ganz besonders fluffigen Grießbrei. Sabine R. hat den Feiertags-Nachtisch gekocht, bei dem sich die meisten nur schwer bremsen können. Ein kleiner Nachschlag darf es dann doch noch sein. Und zum Kaffee passt schließlich noch einer der von Martina gebackenen knackigen „Körnerkekse“.

Dankeschön für die tollen Ideen und für die leckeren Gerichte. Unser Kochtag war auch in diesem Jahr wieder ein voller „Genusstag“! Vielen Dank an alle, die geschnippelt, gerührt, gekocht, gebacken und auch mit Appetit gegessen haben.

Ein herzlicher Dank geht zudem an all diejenigen, die unser Sparschwein mit einer freundlichen Spende gefüttert haben.








Noch ein kleiner Hinweis in eigener Sache:
Am 4. November 2026 (Mittwoch), findet um 19:00 Uhr in der Alten Schule Barnin mit einem Vortragsabend unsere nächste Veranstaltung statt. Die Einladung ist in Kürze hier auf unserer Seite verfügbar. Wir freuen uns über interessierte Besucher, herzlich willkommen!

 

 

 

 

 

 

 

Dienstag, 13. Oktober 2026

Ein unterhaltsamer Waldspaziergang mit dem Pilzberater

 

Dieser September war ein Monat so ganz nach den Vorstellungen derjenigen, die gerne „in die Pilze gehen“. Daher konnten wir dem seit der Pilzwanderung im Oktober 2023 vielfach geäußerten Wunsch mehrerer Vereinsmitglieder nach einer weiteren gemeinsamen Pilzrunde entsprechen. Zu unserer Freude hatte der langjährige und erfahrene Pilzberater Lothar Strelow aus Techentin (zwischen Goldberg und Mestlin) der Anfrage erneut zugesagt. 

Zur vereinbarten Zeit am Treffpunkt waren es zehn Pilz-interessierte Personen, die gemeinsam zur Exkursion starten wollten. In dem Moment begann es zu nieseln. Das konnte uns allerdings nicht abschrecken. „Richtiges Pilzwetter eben!“, wurde das Wetter kommentiert. Alle waren wetterfest gekleidet, mit Körben und Messern ausgerüstet und fieberten der kleinen Wanderung entgegen.
Wir hatten uns anders als vor drei Jahren dieses Mal für eine Tour im Nadel- und Nadel-Mischwald auf sandigem Boden entscheiden. Das versprach andere Arten als im Buchen- und Mischwald. Die ersten Schritte waren kaum getan, da „winkten“ unmittelbar am Wegrand bereits ganz verschiedene Pilzarten. Perlpilz oder Pantherpilz? Woran erkenne ich das sicher? Lothar Strelow erklärt die unterschiedlichen Merkmale.
Fredo hat einen Flockenstieligen Hexenröhrling entdeckt. Dem wird unter den Hut und auf den Stiel geschaut:
„Sieht aber ziemlich giftig aus.“ Das ist er jedoch überhaupt nicht, sondern ein ganz hervorragender Speisepilz. Lothar Strelow erläutert die Merkmale, an denen die „Flockenhexen“ gut zu erkennen sind. 


Und da ist eine besondere Art und das Exemplar auch in bester Ausprägung. „Das ist ein Pilz, den wirklich jeder kennen und sicher erkennen muss, der Pilze für die Küche sammelt! Prägt Euch die Merkmale also unbedingt ein. Sonst kann es tödlich enden.“ Der Grüne Knollenblätterpilz darf auf keinen Fall mit in die Küche! Der Pilzberater verweist während der Tour noch mehrfach darauf und lässt die Merkmale an weiteren Exemplaren wiederholen.
Lothar Strelow hat gut Schmunzeln, als dieser Olivbraune Milchling (auch Tannenreizker genannt), auftaucht. Bitte ansehen, daran schnuppern und dann unbedingt eine kleine Geschmacksprobe nach den strikten Vorgaben des Pilzberaters durchführen: Sabines Gesicht verrät das richtig scharfe Ergebnis! Petra hat da mit dem kleinen Stäubling eindeutig eine milde Art erwischt.
Was für ein wunderschöner Pilz. Karola schnuppert an einer Espen-Rotkappe. Die Rotkappen haben im besten Zustand festes Fleisch, was ihr vergleichsweise hohes Gewicht ausmacht.
„Den kann man wirklich essen? Da kommt ja ganz oranger Saft raus!“ Der orangefarbene Milchsaft ist ein untrügliches Zeichen dafür, dass dieser Reizker essbar ist. Es handelt sich um einen Kiefern-Reizker (auch Edelreizker genannt), einen sehr aromatischen und leckeren Speisepilz. Der orangefarbene Milchsaft, die auf dem Hut mehr oder weniger gut ausgeprägten Ringe, die Grübchen am Stiel und das strikte Wachstum bei Kiefern machen den Edelreizker auch für Anfänger gut erkennbar.
Kurz darauf finden wir unter Fichten ein paar Fichten-Reizker. Diese Art enthält ebenfalls orangefarbenen Milchsaft, hat aber keine Grübchen am Stiel und kaum Ringe auf dem Hut. Der Fichten-Reizker ist ein unmittelbarer Verwandter des Kiefern-Reizkers und ebenfalls essbar. Links vier Fichten-Reizker und rechts zum Vergleich ein Kiefern-Reizker. Grüntöne im Hut können beide Arten zeigen.
Hier geht es um die Unterschiede ähnlicher Arten wie Butterpilz und Körnchen-Röhrling. Oder um die Unterschiede von Kupferrotem Gelbfuß und Großem Kuhmaul. Isa zeigt die gemeinsamen Merkmale und die Merkmale, an denen die Arten zu unterscheiden sind.
Großes Kuhmaul (links) und Körnchen-Röhrling (rechts) dürfen in die Speisepilzkörbe wandern. Zu alte Exemplare wie das Große Kuhmal ganz links, matschige, bereits verschimmelte oder madige Exemplare von Speisepilzen bleiben dagegen immer im Wald. So kann Pseudo-Pilzvergiftungen vorgebeugt werden, unterstreicht der Pilzberater.
Auf der Freifläche wachsen Riesen-Schirmpilze (Parasol). Die jungen Hüte lassen sich panieren und in der Pfanne braten. Die Pilze ergeben aber vor allem getrocknet und fein zermahlen ein ganz hervorragendes Würzpulver, wie Lothar Strelow verrät. Und schon landen einige Exemplare in den Sammelkörben. 
Es gibt so viel zu entdecken, anzufassen, zu betrachten und zu erläutern. Da kommen wir nur im Schneckentempo voran. Außerdem wird es an diesem nieseligen Nachmittag bereits dämmrig, wir sind ja auch erst nach der Arbeit gestartet. Und so beschließen wir, die spannende und kurzweilige Exkursion zu beenden, bevor es ganz dunkel geworden ist.
Noch einmal ein kontrollierender Blick in die Sammelkörbe, letzte Erklärungen und ein paar Tipps vom Pilzexperten.
Weil wir schon geahnt hatten, dass es wohl etwas spät werden könnte, hatten wir natürlich vorgedacht und ein kleines Abendbrot-Picknick im Kofferraum dabei. Etwas Heißes zu trinken tut nach so einer Tour sowieso immer gut. Mit frischem selbstgebackenen Brot und selbst hergestelltem Schmalz von Sabine sowie mit Petras leckerer Kräuterbutter, ein paar kleinen Würstchen und sauren Gurken ist das Buffet aus dem Kofferraum doch perfekt. Einfach und gut. Wer mag, der darf gerne kräftig zugreifen! 
Erfolgreich und gut gelaunt geht es nun nach Hause zum Putzen und Verarbeiten der gesammelten Pilze. Schön, dass es allen gefallen hat!
Und ganz offensichtlich hat es auch dem Pilzberater gefallen, der er unterbreitet das Angebot, noch ein weiteres Mal gemeinsam auf Pilztour zu gehen. Auf jeden Fall sehr gerne, darauf haben wir Lust.

Ganz herzlichen Dank an Lothar Strelow für die richtig spannende, äußerst vergnügliche und natürlich auch lehrreiche Pilzexkursion! Wir freuen uns schon jetzt auf die nächste Runde.

Herzlichen Dank ebenfalls an alle Teilnehmenden unserer Pilzwanderung sowie für die freundlichen Spenden, die unsere weitere Vereinstätigkeit unterstützen.